„Meister dahoam“

Die Jugend ist bayerischer Meister und erster IHC-Titelträger seit 2016: Ein Erfolg des Fleißes mehr
 

Zwischendurch merkte man den Spielern und Trainer Vincent Liebl die Nervosität an. An der Bande wurde es unruhig, auf dem Feld wollte keiner einen Fehler machen. Nach 90 Trainingseinheiten und mehr als 20 Spielen in der Saison war der Erfolg zum Greifen nahe: Um 15.02 Uhr am Samstag war es dann so weit: Kapitän Elias Decker und Assistent Simon Steger durften aus den Händen von Attings 1. Bürgermeister Robert Ruber den Pokal entgegennehmen und jubelten mit ihren Mitspielern: Der IHC Atting war bayerischer Jugendmeister 2018.

Zuvor war es in diesem zweiten Finale gegen die Deggendorf Pflanz vor über 100 Zuschauern in der neuen Attinger Skaterhockey-Heimat noch einmal spannend geworden. Atting hatte zwar 3:0 geführt (der spätere Hattrick-Torschütze Thomas Neufeld hatte zwei Tore davon erzielt), doch Vorrundenmeister Deggendorf kam noch einmal, verkürzte auf 1:3 und hatte eigentlich das 2:3 auf dem Schläger, das Torhüter Matthias Bauer aber mit einem sensationellen Reflex verhinderte. Dann ging es schnell. Elias Decker machte im Gegenzug das 4:1. Die Wölfe ließen fortan nichts mehr anbrennen und holten den Sieg nach Hause. 7:2 – Meisterschaft dahoam! Das Hinspiel hatten sie in Deggendorf knapp mit 4:3 gewonnen, im Halbfinale hatte der ERC Ingolstadt keinen großen Prüfstein dargestellt.

Die Spieler zählten die Sekunden herunter und stürmten auf ihren Goalie zu. Nervosität verwandelte sich in Freude. „Der viele Fleiß hat sich ausgezahlt“, war Trainer Liebl erleichtert, der gleich einmal eine Wasserdusche von seinen Spielern verpasst bekam. Auch der Playoff-Bart des Trainers wurde vom Team noch vor der Halle abrasiert. „Wir haben alle so hart für dieses Ziel gearbeitet. Meine Jungs haben es wirklich verdient.“ Es ist der erste bayerische Meistertitel für den IHC seit 2015 (Junioren).

Nach der Vorrunde hatte man hinter Deggendorf noch den zweiten Platz belegt. In den Playoffs aber zahlte sich das viele Training, teilweise ab Umzug in die neue Halle dreimal pro Woche, aus. „Für die Meisterschaft war entscheidend, dass wir keine Einzelspieler haben, sondern eine Mannschaft sind“, lobte Liebl. „Alle haben miteinander gespielt. Wir sind ein Team.“

Und das Team hat jetzt noch ein Ziel: Denn am 8./9. Dezember vertreten sie Bayern bei der deutsche Jugendmeisterschaft im niedersächsischen Wedemark-Mellendorf. „Mein Ziel ist, dass wir wieder mal aufs Treppchen springen“, sagt Liebl. „Vielleicht Dritter zu werden, oder noch besser, wäre super. Das hat im Verein ja schon lang keiner mehr geschafft.“ 2014 standen die Junioren zuletzt überraschend auf diesem Platz. Neuland ist das Turnier dann für viele nicht. Vergangenes Jahr wurde man dort im Neunerfeld Siebter, Matthias Bauer wurde gar zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Vielleicht nimmt das dann die Nervosität.

Die Meistermannschaft: Hinten von Links: Betreuer Roman Decker und Mario Vyskocil, Ben Attenberger, Alex Maier, Justin Korn, Thomas Neufeld, Patrick Schwab (auf dem Tor sitzend) Leon Rückauf, Flavio Wagner, Kevin Korn, Kilian Tkocz, Trainer Vincent Liebl, Bürgermeister Robert Ruber;
Vorne sitzend: Matthias Bauer, Bastian Vyskocil, Elias Decker, Simon Steger, Justin Szasz, Tobias Greißl;

Text, Foto: Michael Bauer


13.10., 17.30 Uhr Ergebnis:
5:7

Atting - Kassel
So., 18.11., 14 Uhr
Schüler - Deggendorf (Finale 3) 3:2
Pl. Mannschaft S T P
1 Augsburg 18 248:107 47
2 IHC Atting 18 222:157 40
3 Spaichingen 18 189:111 38
4 Merdingen 17 212:151 30
5 Freiburg 18 155:147 27
6 Schwabmünchen 18 210:207 27
7 Ingolstadt 18 168:151 26
8 Rhein-Main Patriots 17 137:163 20
9 Deggendorf 17 105:232 9
10 Sasbach 17 57:277 0
11
12