Dass die Attinger mt-propeller-arena selbst nach zwei Wochen Hitze ein relativ kühles Plätzchen ist, hatte sich herrumgesprochen. Dass es gegen den Gegner Rhein-Main Patriots hitzig werden könnte, bewies die Vergangenheit. Rund 270 Fans, die noch dazu mit Gratis-Eis versorgt wurden, sahen dann auch einen „klasse Fight“ wie es IHC-Trainer Markus Alzinger ausdrückte. Nur die Punkte fehlten am Ende. 7:12 (2:4, 2:2, 3:6) war der Endstand.
„Wir hätten aber Punkte verdient gehabt“, sagte Alzinger nach der Partie, die nur im Endergebnis klar anmutet. Denn mehr als 50 Minuten lang waren die Wölfe dem klaren Spitzenreiter mit seiner Star-Truppe ebenbürtig, auch wenn die Gäste um den tschechischen Nationalspieler Jakub Bernad die besseren Techniker waren. Kämpferisch, läuferisch und auch beim Herausspielen von Chancen hatten die Wölfe die Nase vorne. Allein Marcel Brandt traf dreimal die Latte.
Wie ernst die Spieler die Partie nahmen, die bei moderaten 25 Grad in der Halle gestartet war (Außentemperatur 37 Grad), sah man nach wenigen Minuten, als der starke Maximilian Sauermilch (drei Tore) in Überzahl das 1:0 markierte. Gleichzeitig aber konnte man erkennen, warum der Gegner Tabellenführer ist. Schnelles Umschaltspiel, feine Pässe, platzierte Schüsse. Beispiel im ersten Drittel: Atting hatte in Unterzahl den Ball erkämpft, befand sich aber außer Position. Den Pass zurück in die Gefahrenzone verwertete Bernad sofort per Onetimer zum 1:3.
Im Mitteldrittel stieg durch die Action in der Halle nicht nur die Temperatur, auch die Gemüter erhitzten sich. Als Tobias Schwarzmüller und David Lademann sich vor dem Tor des starken Valentin Lehner (Ersatz für Marco Feiertag) einen kleinen Faustkampf lieferten, griffen die Schiedsrichter durch. Allein bis Drittelende gab es 20 Strafminuten sowie eine Disziplinarstrafe. Immer wieder folgten Unterbrechungen.
Atting hatte in dieser Zeit beim Stand von mittlerweile 3:5 reihenweise gute Chancen (Alzinger: „Wir haben da viel liegen lassen“), doch erst drei Sekunden vor dem Ende konnte Sauermilch Janis Grundhöfer im Patriots-Tor zum 4:6 überwinden.
Momentum auf Attinger Seite? Ja! Denn die Wölfe kamen heiß aus der Kabine zurück, glichen innerhalb nur 31 Sekunden aus und beantworteten auch das 6:7 (43.) nur zehn Sekunden später durch Marco Rothhammers erstes Saisontor. 7:7, alles wieder offen. Zahlreiche Unterbrechungen nahmen den Spielfluss. Weiterhin ging es hitzig zu. Sobald bei einem Zweikampf die total verschwitzten Spieler zu Boden gingen, musste die Fläche trocken gewischt werden. Das Plastikparkett war spiegelglatt, die Luftfeuchtigkeit wurde immer höher.
Eine erneute Strafzeit führte dann in der 53. Minute durch Liga-Top-Scorer Bernad zum 7:8. Die Gäste legten schnell nach und der zuvor bärenstark haltende Lehner musste nach dem 7:10 völlig erschöpft ausgewechselt werden. Atting fing sich noch Strafzeiten ein, die die Gäste zu weiteren Toren nützten. Insgesamt trafen der Tabellenführer allein fünf Mal im Powerplay.
Atting hat damit vier Spiele in Serie verloren und bleibt mit neun Zählern am Tabellenende. Am Abstand zu Duisburg (zwei Punkte, drei Spiele weniger), gegen die man mit dieser Leistung sicher einen Dreier eingefahren hätte, hat sich aber nichts geändert. Dennoch: Alzingers Truppe braucht im Abstiegskampf langsam Zählbares. Da bietet sich das Auswärtsspiel am 11. Juli in Krefeld (14 Punkte, zuhause 8:6-Sieg) an. Einen Tag später gastiert man in Assenheim.
Atting: Lehner (ab 56. Urfell) – Hillmeier (2/0), Kettl, Bernhard (1/0), Brandt (0/1), Eisenschink, Ernst (0/1), Hackl, Lermer, Meichel (0/3), Prasch, Rothhammer (1/0), Sauermilch (3/0), Schwarzmüller;
Schiedsrichter: Bogdanski (Deggendorf), Kruppe (Schwabmünchen); Strafminuten: Atting 24, Assenheim 16 + 10 gegen Lademann; Zuschauer: 270.
- Assenheim 14 115:77 35
- Essen 11 78:63 19
- Augsburg 12 81:92 18
- Köln 13 74:75 17
- Kaarst 7 43:27 16
- Bissendorf 12 62:69 15
- Krefeld 11 57:59 14
- Düsseldorf 9 52:56 14
- Duisburg 13 68:94 11
- Atting 10 56:74 9