(mb) Zwei Drittel lang stand der IHC Atting am Samstagabend beim Tabellenzweiten TV Augsburg vor einer Sensation. 2:30 Minuten vor dem Ende immerhin noch vor einem mehr als verdienten Punktgewinn. Am Ende aber standen die Wölfe mit komplett leeren Händen da. 6:9 (2:1, 3:2, 1:6) ging das Auswärtsspiel beim TVA verloren.
„Wir haben 40 Minuten ein starkes Auswärtsspiel gespielt“, lobte Trainer Markus Alzinger. „Doch die entscheidenden Fehler haben wir nicht abstellen können.“ Die Augsburger drehten im Schlussdrittel nach einer großen Strafe gegen Moritz Lermer (44. Minute) die Partie. Schon zuvor waren sie nach dem 2:5-Rückstand mit einem Überzahltor 28 Sekunden vor der zweiten Pause und einem schnellen Treffer in der 42. Minute bereits herangekommen.
Nun ging das Momentum endgültig auf den TVA über. In der Überzahl glichen sie aus und später auch mit 6:5 in Führung. „Das waren alles einstudierte Aktionen“, sagte Alzinger. „Der Schütze hat nie direkt das Tor, sondern jedes Mal den Schläger zum Abfälschen gesucht. Wir sind da viel zu zaghaft am Mann gestanden. Wir hätten das aktiver verhindern müssen.“
Maximilian Kettl glich durch einen Fernschuss in der 54. Minute noch einmal zum 6:6 aus und es schien erneut auf ein Penalty-Schießen hinauszulaufen. Doch ein Fehler in der eigenen Defensive zweieinhalb Minuten vor dem Ende brachte Augsburg auf die Siegerstraße. Atting versuchte es ohne den erneut bärenstark agierenden Torhüter Marco Feiertag noch einmal, kassierte aber noch zwei Empty Net Goals.
„Klar wäre ein Punkt verdient gewesen“, sagte Alzinger. „Aber solch schwere Fehler wie der am Schluss werden in der 1. Bundesliga eben hart bestraft. Und letztlich darf man nicht vergessen, dass Augsburg zusammen mit Assenheim Tabellenführer ist und wir immer noch der Aufsteiger sind. Wir sind Sechster von zehn – das ist doch stark!“
So wurde der Meilenstein von Kapitän Fabian Hillmeier (750. Scorer-Punkt im Bundesligabereich) nicht mit einem Sieg gekrönt und das Team diskutierte noch bei der Heimfahrt die entscheidenden Szenen. Am 9. und 10. Mai geht es mit den Auswärtsspielen in Bissendorf und Duisburg weiter. „Da wollen wir unbedingt punkten“, sagt der Coach.
Atting: Feiertag (Urfell) – Hillmeier (1/2), Kettl (1/1), Altmann, Alzinger, Eisenschink (1/0), A. Ernst, Hackl (1/0), Lermer (0/1), Prasch (0/1), Sauermilch, Schwarzmüller;
Schiedsrichter: Härrle (Bad Friedrichshall), Jurk (Winnenden); Strafminuten: Augsburg 6, Atting 11; Zuschauer: 50.