Zu den größten persönlichen Erfolgen im Sport zählt die Nominierung für die Nationalmannschaft. Das gilt auch im Inline-Skaterhockey, wo gleich drei Spieler des IHC Atting vom 28. bis 31. August das schwarz-rot-goldene Trikot bei der U19-Europameisterschaft im österreichischen Ternitz tragen werden. Alle eint ein Ziel: Der Titel.
„Internationale Turniere sind immer eine tolle Erfahrung“, sagt Josef Griesbauer, der zusammen mit Johannes Ernst zum ersten Mal für die deutsche Nationalmannschaft aufläuft. Ernst möchte seinen erfolgreichen Zwillingsgeschwistern Magdalena und Alexander nacheifern, die beide 2023 mit dem deutschen Team den Titel holten – in einem dramatischen Finale gegen die Schweiz. „Mein Ziel ist es, die EM zu gewinnen und dem Team dabei bestmöglichst zu helfen“, sagt Ernst. Alle drei Geschwister spielen mittlerweile auch schon für das Zweitbundesligateam der Wölfe.
Wie man den Titel gewinnt, weiß auch Lukas Alzinger bereits. Er war genauso wie die mittlerweile dem Juniorenalter entwachsenen Maximilian Sauermilch und Moritz Lermer schon beim Titelgewinn 2023 schon mit dabei und wird die Mannschaft diesmal sogar als Kapitän anführen. Seiner Aufgabe als Leader ist er sich dabei bewusst. „Ich will als Kapitän für mein Team das Beste geben, für alle da sein und auch das Team in dieser Zeit zu einer Familie zusammenzuführen. Natürlich will ich auch nochmal den Titel gewinnen, das hat höchste Priorität.“
Vergangenes Jahr konnte keine Europameisterschaft im Skaterhockey stattfinden, stattdessen nahmen die Skaterhockeyspieler, darunter auch Alzinger an den World Games in Italien teil und spielten dort Inlinehockey (Puck statt Ball, größere Fläche, kleinere Tore, deutlich mehr internationale Gegner). Nun haben sich mit Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Auftaktgegner Großbritannien (Freitag, 9 Uhr) wieder vier Skaterhockey-Teams gemeldet. Deutschland, das mit neuem Trainerstab (Philip Heiler und Harald Knott), neuem Management (Ramona Rössel) und fast komplett neuem Kader (18 von 20 Spieler) einen riesigen Umbruch durchgemacht hat, teilte sich zuletzt stets mit den Schweizern die Favoritenrolle. 16-mal in 29 Jahren holte Deutschland den Europameistertitel.
Zwei Lehrgänge in Nordrhein-Westfalen haben die drei Attinger mit der Nationalmannschaft absolviert. „Da muss man sich erst an das Team gewöhnen und seinen Platz finden“, sagt Ernst. „Und weil man seine Teamkollegen nicht so gut kennt wie die im Club, ist es am Anfang schwieriger zusammenzuspielen, da man Laufwege, Spielstil und so weiter erst kennenlernen muss.“ Wie er aus Erfahrung weiß, finde man dann aber doch schnell zusammen.
Für die drei U19-Spieler geht in jedem Fall ein Traum in Erfüllung. Alle drei verfügen über viel Erfahrung, spielen seit Kindertagen Hockey und zwischen vier und elf Jahre lang bereits beim IHC. „Man repräsentiert das eigene Land, die Erwartungen sind sehr hoch, und es geht viel um Stolz und das Zusammenspiel auf höchstem Niveau“, sagt Griesbauer. „Die Nationalmannschaft ist ein Highlight, bei dem alles auf den Punkt passen muss.“
Bild: Josef Griesbauer, Lukas Alzinger und Johannes Ernst spielen für Deutschland bei der U19-Skaterhockey-Europameisterschaft. Foto: Gregor Nachtwey/ISHD