Atting (mb). Der IHC Atting hat auch 2025 einen signifikanten Mitgliederzuwachs von rund zehn Prozent geschafft und steht nun knapp vor der Marke von 300. Allein seit der Halleneröffnung im Jahr 2018 ist die Zahl der Mitglieder von rund 180 auf nun 297 gestiegen.
Zwei Tage nach der Jahresversammlung am Freitag, machten die Wölfe zudem den nach 18 Jahren aus dem Amt scheidenden 1. Bürgermeister Robert Ruber vor der Bundesliga-Partie gegen die Köln Rheinos (7:6 nach Penalty-Schießen) am Sonntag, den 12. April, zum Ehrenmitglied. Auch der künftige Landrat Tobias Beck und Kreisrat Erwin Kammermeier war neben den Gemeinderäten dabei. Ruber ist seit 2003 Mitglied im Verein.
Damals hatte dieser erst rund 50 Aktive und begann mit ersten zaghaften Nachwuchsaktivitäten. „Damals habe ich mich entschieden, Mitglied zu werden, weil mir gefallen hat, was ihr als junger ‚Straßenverein‘ auf die Beine stellt. Das sah nach etwas Gutem aus! Aus diesem Eintritt in den Verein ist eine große Freundschaft und große Begeisterung entstanden.“
Unter Rubers Regie wurde durch die Gemeinde 2017 die heutige Spielstätte, die mt-propeller-arena, angekauft, erweitert und sukzessive ausgebaut, die Wölfe selbst kümmerten sich um Bande, Spielbelag und konnten durch Förderung aus dem Regional-Budget der ILE Laber Kabineneinrichtung, eine Tribüne und neue Lautsprecheranlage ankaufen. Seither steigerten die Wölfe die Mitgliederzahlen von damals 180 auf nun 297 und feierten mehrere nationale und internationale Titel im Nachwuchs und bei den Herren. Auch zwei deutsche Meisterschaften im Nachwuchs fanden in Atting statt.
„Dies ist eine Begegnungsstätte für Generationen geworden“, sagte Ruber vor rund 230 Besuchern vor der Bundesligapartie und verwies darauf, dass in den Drittelpause die ganz Kleinen auf der Fläche wuseln (unter anderem diesmal der eigene Enkel) und auf die Rängen Eltern und Großeltern den Spielen zusehen. „Ich bin sehr stolz, dass ihr mich zum Ehrenmitglied gemacht habt“, sagte er, verwies aber auch auf die Unterstützung durch den Gemeinderat in all den Jahren. Schon am Freitag bei der Jahresversammlung hatte er davon gesprochen, dass man zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen sei.
Aktuell befindet der Skaterhockey-Club sich aber ganz klar in Höhen, hatte 2025 mit dem Gewinn der bayerischen und deutschen Meisterschaft bei der U19 sowie Silber beim Europacup in dieser Altersklasse und dem Meistertitel in der 2. Bundesliga und dem Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga bei den Herren das erfolgreichste Jahr seit Gründung 1998 gefeiert. Zwar liegt die Messlatte nun bereits sehr hoch, „aber ein Pokal fehlt mir in meiner Laufbahn noch“, meinte Erfolgstrainer Markus Alzinger mit einem Augenzwinkern. Denn: Auch 2026 darf die U19 zum Europacup. Dort aber Gold zu gewinnen werde „sehr, sehr schwierig“, sagte der aktuelle Coach der Herren, der bei diesem Turnier zum letzten Mal die U19 betreut.
Alle vier Nachwuchsmannschaften sind so stark gefüllt, dass in der U13 nun ein Aufnahmestopp gemacht werden musste und die Sportliche Leitung um Fabian Hillmeier darüber nachdenkt, in der kommenden Spielzeit zwei Teams in den Altersklassen U13 und U16 ins Rennen zu schicken. Insgesamt sind aktuell mehr als 90 Kinder im Nachwuchsspielbetrieb, hinzu kommen rund 45, die wöchentlich in der Laufschule das Inline-Skaten erlernen.
Im vierten Jahr in Folge vermeldet Finanzvorständin Kerstin Alzinger einen Etat im sechsstelligen Bereich, mit rund 120.000 ein neuer Rekord. Das vergangene Jahr konnte nach Einsparungen Mitte der Saison noch mit einem Plus abgeschlossen werden, das als Puffer dienen soll und muss, um Preissteigerungen in allen Bereichen abzufedern. Trotz der Abschwächung der Konjunktur ist die Lage im Sponsorenbereich weiter gut, Marketingleiter Fabian Schindlmeier hat aber weiter freie Werbeflächen in der mt-propeller-halle. Die Mitglieder akzeptierten die Anhebung den Beitrags um 25 Prozent. Darüber waren sie bereits um den Jahreswechsel informiert worden.
120.000 Euro sein eine enorme Summe für einen Dorfverein, sagte Ruber, der hoffte, dass auch sein Nachfolger Manfred Schambeck „noch oft sagen kann, dass dies das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des IHC Atting“ war. Schambeck, der ankündigte, für alle Vereine ein offenes Ohr zu haben, freute sich über die Entwicklung, die er als bisheriger Vorarbeiter im Bauhof bei den Arbeiten rund um die Halle ständig selbst mit erlebe. „Ich sehe, wie viele Kinder hier jeden Tag zum Training kommen. Das ist nicht nur für Atting gut, sondern für den ganzen Landkreis. Ich hoffe, dass ihr weiterhin so zusammenhaltet, weiter wachst und auch erfolgreich seid. Mir ist bewusst, dass ich als neuer Bürgermeister in große Fußstapfen trete. Unsere Zusammenarbeit war aber bereits in der Vergangenheit sehr gut. Mit gemeinsamem Willen können wir auch alles lösen, was vor uns liegt.“
Kreisrat Erwin Kammermeier stellte neben den vielen Titeln („Das ist, was euch an die Spitze im Landkreis bringt“) das Soziale in den Mittelpunkt: „Viel wichtiger ist, dass ihr eine eingeschworne Gemeinschaft seid, dass die jungen Leute eine Heimat haben, Gemeinschaft spüren und etwas fürs Leben mitnehmen.“ Persönliche Worte richtete er an Ruber: „So einen Bürgermeister habt ihr gebraucht, der euch immer geholfen hat, immer zu euch gestanden ist. Und wenn ihr mal eine Halle geschenkt bekommen habt, die zu klein war, habt ihr die einfach eingetauscht! Solche Bürgermeister gibt es nicht viele.“
Kaufmännischer Vorstand Michael Bauer dankte Ruber für seine Engagement und die Unterstützung in den weit mehr als 18 Jahren seiner Amtszeit. „Ohne dich würde es unseren Verein heute wahrscheinlich gar nicht mehr geben. Wir danken dir für deine herausragende Unterstützung, dein stets offenes Ohr für unsere Anliegen und vor allem deine Freundschaft!“
Die komplette Vorstandschaft wurde bei der Versammlung wider gewählt. Fabian Hillmeier (Sportvorstand), Kerstin Alzinger (Finanzvorständin), Michael Bauer (Kaufmännischer Vorstand), Moritz Eisenschink (Administrativvorstand), Florian Finkl (Hallenwart), Horst Schießl (stellvertretender Hallenwart), Fabian Schindlmeier (Marketingleiter), Maximilian Kettl (Beisitzer) und Alexander Ernst (Beisitzer) führen den Verein weitere zwei Jahre.