Fabian Hillmeier schaffte 2007 mit dem IHC Atting den Aufstieg in den Bundesligabereich. Seit 2006 spielt er bereits in der Herrenmannschaft und hat bereits mit 23 Jahren im Jahr 2012 das Kapitänsamt übernommen.
Fabian, Du spielst deine 20. Saison im Herrenbereich – ohne die abgesagte Saison 2020 wäre es sogar noch eine mehr. Wie fühlt es sich an, so lange schon Skaterhockey zu spielen?
Fabian Hillmeier: Zuerst muss ich sagen, dass ich Glück hatte und von größeren Verletzungen verschont geblieben bin. Hinsichtlich der langen Zeit bin ich froh, dass ich immer noch zum Mannschaftserfolg beitragen und ein Stück weit Erfahrung an die jungen Spieler weiter geben kann.
Du hast wie viele anderen der ersten Generationen des IHC Atting Deine Wurzeln im Eishockey. Hättest Du gedacht, dass Skaterhockey einmal eine so große Rolle in Deinem Sportlerleben spielen wird?
Hillmeier: Ich habe ja schon in sehr jungen Jahren mit dem Eishockey begonnen und meinen Fokus darauf gelegt, bin aber tatsächlich froh, dass sich die Möglichkeit ergeben hat, mit dem Skaterhockey einen weiteren ja doch sehr ähnlichen Sport betreiben zu können. Mit den Jahren bin ich einfach dankbar, dass ich zu den vielen zahlreichen Erfolgen des IHC Atting beitragen konnte und in der nächsten Bundesliga-Saison auch wieder darf.
Wie hat sich der Sport in den vergangenen 20 Jahren verändert?
Hillmeier: Definitiv ins Positive. Zu Beginn gab es nur wenige Mannschaften und die Saison war größtenteils auf den Sommer ausgelegt. Mit der Zeit wurde alles professioneller, es gibt mehrere Mannschaften. Skaterhockey ist mittlerweile eine Ganzjahressportart und auch das Niveau wurde deutlich besser, die Spielweise schneller, härter und spannender.
Du kennst alle Ligen in- und auswendig, hast gegen zahllose Gegner gespielt: Aber was sind die großen Unterschiede zwischen 1. und 2. Bundesliga und warum sind diese Unterschiede so groß?
Hillmeier: In der 2. Bundesliga ist die Stärke der Gegner noch zu schwankend. Es gibt eine Handvoll Mannschaften, die um die vorderen Plätze spielen, was letztendlich bedeutet, dass sich der Aufstieg am Ende der Saison zu den Playoffs hin entscheidet. In der 1. Bundesliga gibt es keine schwächeren Mannschaften, was bedeutet, dass jedes Spiel hart umkämpft ist und es um jeden einzelnen Punkt geht.
Du durftest zur Nationalmannschaft reisen, hast zahlreiche Titel gewonnen, aber dieses Jahr gibts noch einmal etwas ganz Neues: Ein Europacup im Herrenbereich, der erste für den IHC. Was kann man da erwarten und was sind die Ziele?
Hillmeier: Sich im internationalen Bereich zu messen, wird noch einmal etwas ganz Besonderes. Die Gegner sind größtenteils unbekannt und daher werden wir vor Ort erst sehen, wo wir im direkten Vergleich stehen. Die Vorfreude in der ganzen Mannschaft ist riesig. Wir freuen uns auf spannende Spiele und versuchen mit vollem Kader das best möglichste Ergebnis aus der Schweiz mit heim zu nehmen.
In der starken 1. Bundesliga ist man als Aufsteiger natürlich zunächst Abstiegskandidat Nummer eins. Wie kann der Klassenerhalt dennoch gelingen?
Hillmeier: Der Schlüssel zum Erfolg wird sein als geschlossene Einheit aufzutreten. In der 1. Bundesliga entscheiden oft Kleinigkeiten. Es wird mit Sicherheit auch Spiele geben, in denen uns das nicht hundertprozentig gelingt. Daraus müssen wir dann jedoch lernen, die positiven Dinge mitnehmen und beim nächsten Spiel besser machen.
Wie siehst du insgesamt die Entwicklung der aktuellen Mannschaft mit dem Einbau der jungen Spieler? In welcher Phase befindet sich der Verein?
Hillmeier: Wir haben eine gute Nachwuchsarbeit und dadurch können wir immer wieder junge Spieler in die Bundesligamannschaft integrieren, was die letzten Jahre auch schon sehr gut funktioniert. Dadurch haben wir aktuell eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern die gegenseitig voneinander profitieren. Das soll auch weiterhin fortgesetzt und ausgebaut werden.