Und da war er wieder, der Hockeygott. Derjenige, der noch vor wenigen Wochen dem IHC Atting in letzter Sekunde gegen Köln den Ausgleich beschert hatte. Diesmal war er auf Seiten der Rheinos und sorgte für aus Attinger Sicht unglückliche und bittere ausgeglichene Gerechtigkeit. Nämlich einen späten Kölner 6:5-Sieg.
Vielleicht hatte er sich auch noch einmal das Video von Alexander Ernsts 5:5-Ausgleich im Hinspiel angesehen, das das Attinger Social-Media-Team vor dem Spiel als Motivation noch einmal gepostet hatte. Im Rückspiel nun hatten die Wölfe erneut Punkte in Aussicht, als sie etwas mehr als eine Minute vor dem Ende durch Maximilian Sauermilch den Ausgleich zum 5:5 erzielten. Doch dann kam zehn Sekunden vor dem Ende der K.o. Das 6:5 der Rheinos und damit im zweiten Auswärtswochenende der neuen Bundesliga-Saison diesmal null Punkte.
Denn das Spiel am Vortag gegen Spitzenteam Eagles Essen-West war klar mit 4:11 verloren worden. Zu stark waren die Gastgeber, spielten ihre Treffer zum Teil schön heraus, was auch die Attinger anerkannten. Nur mit der teils unnötigen Härte als das Spiel im letzten Drittel schon entschieden war, haderte man.
Dann kam der Sonntag. Für den hatten sich die Wölfe viel vorgenommen. „Das war echt bitter“, sagte Trainer Markus Alzinger. Still sei es gewesen in der Kabine nach der Partie. „Das hat uns sehr weh getan.“ Die Akteure trauerten den verlorenen Punkten nach. „Das zweite Drittel hat uns das Spiel gekostet“, sagte Alzinger. Die Kölner machten aus dem Attinger 1:0 binnen siebeneinhalb Minuten ein 3:1. „Wir sind dann dran geblieben, haben uns aufgerieben und uns wieder rangekämpft und das 4:5 und 5:5 gemacht. Köln hat aber bei den beiden letzten Toren gut Traffic vorm Tor gemacht.“ Beide Treffer waren Fernschüsse.
Kapitän Fabian Hillmeier blickte trotz der Enttäuschung nach vorne. „Es war sehr ausgeglichen und es hätte in beide Richtungen gehen können. Aber es hilft nichts. Das war sicherlich unglücklich, aber wir sind weiterhin voll im Soll.“ Die Wölfe bleiben zwar Siebter in der Tabelle, die Konkurrenz von unten hat aber aufgeholt: Sowohl Düsseldorf als auch Duisburg besiegten am Wochenende den bisherigen Zweiten aus Augsburg, der stark ersatzgeschwächt angetreten war. Beide sind bis auf einen Zähler dran an den Wölfen.
Nun haben die Wölfe vier Wochen Pause, bis sie dann wieder in der heimischen mt-propeller-arena antreten müssen. Am 20. Juni erwarten sie die Duisburg Ducks, gegen die sie vor einer Woche beim 4:3 ihren ersten und bislang einzigen Auswärtssieg der Saison feierten.
Essen – Atting 11:4 (4:2, 5:0, 2:2)
Atting: Feiertag (ab 31. Lehner) Hillmeier (1/0), Altmann, Hackl, Schwarzmüller (0/1), A. Ernst (1/0), Meichel (1/2), Alzinger, Bernhard, Lermer, Prasch, Sauermilch (1/0)
Schiedsrichter: Schlüter (Velbert), Pluschkell (Krefeld); Strafminuten: Essen 10, Atting 8; Zuschauer: 100.
Köln – Atting 6:5 (0:1, 3:2, 3:3)
Atting: Feiertag – Hillmeier (1/1), Altmann, Hackl, Schwarzmüller, A. Ernst, Meichel (0/2), Alzinger (2/0), Bernhard (0/1), Lermer, Prasch, Sauermilch (2/1)
Schiedsrichter: Hoffmann (Düsseldorf), Müller (Hilden); Strafminuten: Köln 10, Atting 15; Zuschauer: 80.Tabelle:Pl Team SP T P