Atting (mb) Einen Fußballverein gibt es in Atting nicht, dafür aber den wohl ältesten Burschenvereine Bayerns (gegründet 1880) und einen 300 Mitglieder starken Inline-Skaterhockey-Verein mit einem Team in der 1. Bundesliga. Grund genug für beide Vereine, am Samstag einen sportlichen Wettkampf zu veranstalten, den es zwischen den beiden noch nie gab. Das „Spiel des Jahres“. Das Fußballmatch zwischen BV und IHC lockte rund 400 Zuschauer ans Attinger Sportgelände.
Kein Wunder, denn das Wetter zeigte sich von der besten Seite: Temperaturen knapp unter 30 Grad, ein leichtes Sommerlüftchen und die drohend schwarzen Regenwolken, die während der ersten Halbzeit aufgezogen waren, verschwanden ohne einen Tropfen abzugeben. So genossen die Zuschauer, die teilweise Campingstühle mitgebracht hatten oder es sich auf der extra aufgestellten Tribüne oder einfach am Rasen bequem gemacht hatten mit Bier, Wasser, Spritz sowie Kuchen und Bratwurstsemmel ein engagiertes Duell, das bis auf ein paar wenige Fouls oder den ein oder anderen Rempler – beim Skaterhockey gehören die Bodychecks ja dazu – ein fairer Wettkampf war. Und der so weit ging, dass man sich am Ende des Spiel gegenseitig beim Dehnen der Krämpfe half.
4:0 siegte der in der eigenen Liga derzeit glücklose IHC, der eine Mannschaft aus Erstligaspielern, Junioren und der Zweitvertretung aufgestellt hatte. Der älteste auf dem Feld, Florian Meichel, der 2023 Deutschland schon Skaterhockey-Europameister war, erzielte zwei Treffer. Auch Simon Steger und Jonas Hainz (per Elfmeter) trafen. Die gemischte Herren-Damen-Mannschaft der Burschen blieb trotz einiger Großchancen glücklos. Attings Goalie Lukas Schattenkirchner, auch im Skaterhockey zwischen den Pfosten und mit seinem rosa Trikot weithin sichtbar, zog die Bälle scheinbar magisch an. Wie beim Hockey wurde immer wieder gewechselt, aufgrund des kleineren Feldes wurde nur mit neun Spielern gespielt.
Auch auf den Rängen wurde alles gegeben, gefachsimpelt, diskutiert, wurden gelungene Fernschüsse oder Torwartparaden mit großem Applaus bedacht. Der IHC, der die derzeit bayernweit sehr erfolgreiche Bambinimannschaft als Einlaufkinder mitbrachte, hatte sich für den Torjubel an der eigenen Bank Bengalos besorgt, der Burschenverein als Auswechselbank eine braune Ledercouch im Stil der Achtziger aufgestellt. Via Stadionsprecher Fabian Schindlmeier wurde in der 80. Minute vom BV Prosecco-Nachschub beim Verkaufsteam auf der gegenüberliegenden Seite geordert. Schon vor der Partie spielte ein Blasmusik-Quintett die Bayernhymne.
Burschenvorstand Lukas Szydlowski dankte allen Helfern für eine gelungene Veranstaltung und forderte den IHC im Anschluss dann zur dritten Halbzeit an die Bar. Während Christian Prasch, an diesem Tag Attings Kapitän, den Pokal von Bürgermeister Manfred Schambeck in Empfang nahm (er und sein Vorgänger Robert Ruber erhielten je ein Trikot, das aus zwei Hälften der grünen BV- und blauen IHC-Trikots zusammengenäht war), spielten bereits zahlreiche Kinder auf beiden Toren das Event nach, während viele Zuschauer noch den Abend genossen. Beide Vereine hatten ein Sommerfest mit Sportevent für die Zuschauer generiert, das den bisherigen „Spielen des Jahres“ gegen den Burschenverein Wiesendorf-Bergstorf (zuletzt 2022) in nichts nachstand.

