(mb) Im April richtete der damals scheidende Bürgermeister Robert Ruber bei der Jahresversammlung das Wort an Markus Alzinger. Der hatte in den vergangenen Jahren mit dem Nachwuchs der Wölfe fast alles erreicht, was man erreichen kann: Zwei deutsche Meistertitel, zwei deutsche Pokalsiege und die Medaillen Bronze (2023) und Silber (2025) beim Europacup. Und dass 2026 noch eine Chance auf mehr bestehe, sagte Ruber. „Ja, ein Pokal fehlt mir in meiner Laufbahn noch“, meinte er schmunzelnd.
Und genau diese Chance hat der Verein am Wochenende. Als amtierender deutscher Meister reist die U19 zum Europacup ins nordrhein-westfälische Kaarst. „Schwer, sehr schwer“, werde dies, hatte Alzinger schon im April Ruber entgegnet. Aber wer genau hinsah, konnte ein Funkeln in seinen Augen sehen. Und dies auch, weil für Alzinger die Zeit im Nachwuchs endet. Seit dieser Spielzeit trainiert er nur noch die Herren (1. Bundesliga). Das Europapokalturnier in Kaarst mit dem Siegerteam des Vorjahres, das in Velbert den zweiten deutschen Meistertitel in der nun 28-jährigen Vereinshistorie eingefahren hat, wird seine Abschiedsvorstellung.
Doch so recht will er daran noch nicht denken. Auch auf die Frage, ob es etwas Besonderes sei oder man sich etwas Spezielles überlegt habe, hat er keine so rechte Antwort. Vielmehr steht das Turnier im Vordergrund. In einigen extra Trainingseinheiten hat er die Mannschaft von 2025 noch einmal zusammengeholt, zuletzt am Mittwoch. „Unser Ziel ist natürlich das Finale. Klar ist das hoch gegriffen, aber wir reisen als deutscher Meister an. Da muss das Ziel sein, im Finale zu spielen.“
Es geht in zwei Gruppen um die Qualifikation für die K.-o-Phase: Gegner sind die Teams aus Wien, Dzos Volants (Bussy/Schweiz), Rossemaison (Schweiz) und Krefeld. Während Wien für Alzinger ein „Überraschungspaket“ ist, schätzt er die Dzos Volants als sehr körperstark ein. Krefeld besiegte man 2025 auf dem Weg zum deutschen Meistertitel im Halbfinale. „Und von Rossemaison ist ja auch bekannt, dass die sehr stark sind“, erinnert er an die 3:8-Finalniederlage beim Europacup des Vorjahres gegen die damaligen Schweizer Gastgeber.
Klar ist: Für das Halbfinale muss man mindestens Dritter werden. Gruppendritter und -zweiter spielen dann um das zweite Ticket. Der Erstplatzierte jeder Gruppe ist automatisch im Semifinale und spart Kräfte. „Jedes Spiel dort wird hart, das ist ein international richtig geiles Niveau, das haben wir ja schon beim letzten Turnier gesehen. Aber wir fahren nicht hin, dass wir nur ins Halbfinale kommen.“
Austragungsort ist die Kaarster Stadtparkhalle, seit einigen Monaten mit einem neuen Boden versehen, aber anders als die Attinger mt-propeller-arena eine Turnhalle ohne Hockey-Court und auch nur mit Winkeln, statt Rundumbande. „Aber das sind wir ja mittlerweile gewohnt, also gibts auch keine Ausreden.“ Atting reist mit fast komplettem Team (Junioren-Nationalspieler Josef Griesbauer kann verletzt nicht spielen) an. „Wir können Vollgas geben und wollen ein richtig geiles Wochenende erleben.“
Und vielleicht kommt die Mannschaft ja tatsächlich mit dem noch fehlenden Titel-Baustein in Alzingers Sammlung nach Hause. Ruber hatte seinem Nachfolger Manfred Schambeck im April schon gewünscht, dass auch er am Jahresende noch oft sagen könne, dass dies das erfolgreichste Jahr für den IHC Atting war.
Hinten von links: Co-Trainer Dominik Nissen, Betreuer Erich Attenberger, Tim Götz, Ben Müller, Johannes Münzhuber, Bastian Hafner, Johannes Fechter, Leon Sauermilch, Arthur Weide, Fabian Baumann, Physiotherapeut Florian Wagner, Jonas Walzer, Trainer Markus Alzinger
Vorne von links: Lukas Schattenkirchner, Johannes Ernst, Josef Griesbauer, Lukas Alzinger, Tim Attenberger, Maximilian Walden, Jonathan Lichtinger, Cassius-Clay Rohleder